Donnerstag, 23. Mai 2019

Montag, 22. August 2016

Mord in Raten


Liebe Freunde -
 
am 31.07.2016 habe ich auf eine neue (per Verwaltungsakt über mich verhängte) Eingliederungsvereinbarung und die Aufforderung, mir einen Coach "zur Eingliederung in Arbeit" zu suchen, Stellung bezogen.
Die Antwort vom Jobcenter ist da. Sie blendet den Inhalt meiner Stellungnahme (wieder einmal) vollständig aus.
Mord in Raten - das grausame Spiel, das wir alle kennen:
Mit der Auslöschung seiner Gründe beginnt die Vernichtung des Menschen! 
  

Montag, 8. August 2016

Entwerder - Oder ... oder etwa doch nicht ?

08.08.2016 

"Entweder Sie ziehen Ihre Klage freiwillig zurück -  oder ich werde sie als unzulässig abweisen ..."

Der nächste Richter versucht, eine meiner Klagen aus dem Feld zu räumen.

Darauf brauchte es eine gediegene Antwort.





Mittwoch, 3. August 2016

Jobcenter solidarisiert sich mit mir!

03.08.2016:

Hoppla:
Jobcenter solidarisiert sich mit mir - und fordert nun seinerseits das SG zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Sanktionsparagraphen auf.


Nachdem das Sozialgericht versucht hat, die erste 100-Prozent-Sanktion wegen eines zu kleinen Schriftbildes der Rechtsfolgenbelehrung zu kippen und ich schon geschrieben habe, dass das vermutlich so nicht geht, schreibt jetzt das Jobcenter:
 
  • "Die Beteiligten haben (...) kein Interesse, das Verfahren aufgrund von formalen Gegebenheiten zu beenden sondern streben eine rechtliche Prüfung der Rechtmäßigkeit der Anwendung des § 31 SGB II an."

Siehe hier >>, Seite 2, letzter Satz.
 

Montag, 1. August 2016

Eine weitere 100-Prozent-Sanktion?

Die Auseinandersetzung mit dem Jobcenter geht weiter ...
Eine neue 100-Prozent-Sanktion ist zu erwarten
 

Am 11.07. habe ich durch eine neue EGV per Verwaltungsakt mit der Zielsetzung: "Integration in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung" und der Aufforderung, mir einen Maßnahmeträger für Coaching auszusuchen ...
Dies von einer völlig neuen Vermittlerin ...

Meine Antwort gibt es hier :

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Sehr geehrte Frau Y.....,


hiermit möchte ich Ihnen Rückmeldung zu meinen Rechercheergebnissen zum Einzelcoaching geben …

Ich habe die Recherche unterlassen und möchte Ihnen die Gründe nennen.


1.) Zum Rahmen der Vereinbarung:

Am 11.07.2016 haben wir uns zu einem Gespräch getroffen und ich habe Ihnen ausführlich über meine Interessen und meine damit verbundenen Tätigkeiten berichtet.
Zielrichtung des Gespräches von meiner Seite aus war, herauszufinden, ob man in irgendeiner Weise zu einer tragfähigen Vereinbarung finden kann.
Außerdem hatte ich Ihnen etliche Materialien mitgebracht, auf deren Grundlage man über eine Vereinbarung hätte reden können …
Zum Ende des Gespräches habe Sie dann aber unvermittelt eine schon vor dem Gespräch fertig vorbereitete Eingliederungsvereinbarung vorgelegt, deren Inhalt in keiner Weise mit mir oder mit dem Inhalt des Gespräches im Zusammenhang steht.
Ein Gespräch / eine Verhandlung über den Inhalt der EGV hat in keiner Weise stattgefunden, weswegen sie im Sinne des Urteils des BSG vom 14.02.2013
B 14 AS 195/11 R, Randnr. 18 f.,
s. Anlage 1
ungültig ist.

Eine Verhandlung hat allerdings über die Form der EGV stattgefunden.
Da ich mich geweigert habe, sie zu unterschreiben, haben wir besprochen, dass Sie sie als Verwaltungsakt erlassen.

2.) Sowohl die Zielsetzung der EGV als auch der gemachte Vorschlag zum Coaching sind unangemessen. Sie übersehen, dass ich vollbeschäftigt bin
s. Fußnote  [1]
und einen grundsätzlich anderen Begriff vom Wesen der Arbeit habe, als er durch das Coaching verwirklicht werden soll.
S. Teil A meiner Klagen, Anlage 2

3.) Durch den abgelebten, nicht mehr in die Zeit passenden Arbeitsbegriff Ihres Amtes werde ich in meiner Tätigkeit diskriminiert.
 S. Teil A meiner Klage, Anlage 2, Seite 2, letzter Absatz

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4.) Der Verwaltungsakt ist mit einer Rechtfolgenbelehrung bestückt, durch die ich meine Grundrechte und die Menschenrechte außer Kraft gesetzt empfinde und die ich für verfassungswidrig halte.

5.) Ich habe meine Kritik an dieser Eingliederungsvereinbarung und an dem dahinter stehenden §§ 31 f SGB II in jeder Weise offen
sowohl im politisch-gesellschaftlichen Raum
S. Brandbrief, Anlage 3
als auch im rechtlichen Raum (12 Prozesse)
S. Gutachten, http://goo.gl/n6G1Ze [2]
S. Frage nach der Verfassungswidrigkeit des Arbeitsbegriffes in H4; Anlage 2
als auch vor ihrer Behörde verhandelt.
S. meine Korrespondenz mit Ihrem Amt, http://goo.gl/etNK0c

6.) Selbst das Bundesverfassungsgericht hält meine Einwände für vertretbar, wenn es auch aus verfahrens-technischen Gründen noch nicht zu einem Urteil gekommen ist.
S. Vorläufige Einschätzung meines Gutachtens durch das Bundesverfassungsgericht, Anlage 4  
Zu meiner Urheberschaft des Gutachtens
s. http://goo.gl/Ck7geB

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7.) In dem durch das SGB II gesteckten verfassungs- und menschenrechtswidrigen Rahmen bin ich zu keiner Kooperation bereit.

8.) Die Androhung des Entzuges der Lebensgrundlage zur Basis einer "Vereinbarung" über Arbeitsaufnahme zu machen oder damit Wohlverhalten zu erzwingen, ist nackte Barbarei. Selbst die Maffia kann das nicht besser.

9.) Um da nicht erpressbar oder verführbar zu sein, habe ich mit meinem Leben abgeschlossen.
S. Zweiter Brandbrief, Anlage 5

10.) Das Thema ist aufs Ausführlichste mit ihrer Behörde abgehandelt und die Ernsthaftigkeit meines Entschlusses ist durch die tatsächlichen Geschehnisse längst geprüft.
S. Auszug aus der neuesten Klage, Anlage 6

11.) Auch Lebensmittelgutscheine sind keine Option für mich, weil sie – als tragender Teil der verfassungswidrigen Sanktionsmechanik – ebenfalls die Würde außer Kraft setzen und damit ebenfalls verfassungswidrig sind.
S. meine Abhandlung: "WÜRDE ODER LEBEN - Zu Wesen und Bestimmung der Lebensmittelgutscheine", Anlage 7

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12.) Im Sinne des von mir kritisierten verfassungs- und menschenrechtswidrigen Systems werden Sie auf meine Weigerung mit Sanktionen antworten müssen – oder sollen.

13.) Sanktionen sind nur anzuwenden, wenn sie zum vom Gesetzgeber vorgesehenen Ziel führen. Andernfalls sind sie auszusetzen.
S. BGB § 226: Schikaneverbot: "Die Ausübung eines Rechts ist unzulässig, wenn sie nur den Zweck haben kann, einem anderen Schaden zuzufügen."

14.) Die vom Gesetzgeber vorgesehenen Sanktionen werden bei mir NICHT zum vorgegebenen Ziel (Eingliederung in den Arbeitsmarkt) führen.
S. Zweiter Brandbrief, Anlage 5
S. Das Problem meiner Diskriminierung, Anlage 2
S. Zur Ernsthaftigkeit meines Anliegens, Anlage 6, http://goo.gl/QNTRvp

15.) Damit sind sie in meinem Falle sachfremd angewendet.

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16.) Wie ein Antibiotikum bei einem Allergiker zum anaphylaktischen Schock und zum Tod führen kann, führen Sanktionen bei mir zum Tod.

17.) Im Falle, dass der Arzt über die Allergie informiert war und das Antibiotikum trotzdem gegeben hat, hat er einen Kunstfehler begangen und ist am Tod des Patienten mitschuldig oder schuldig.

18.) Im Falle, dass ein Jobcenter über die Unsachgemäßheit einer Sanktion und über die Gründe, die sie als unsachgemäß erweisen, informiert ist, und sie trotzdem verhängt, wird es nicht anders sein.
Zu den Gründen:
S. Brandbief, Anlage 3
S. Gutachten, http://goo.gl/n6G1Ze
S. Stellungnahme des BVerfG, Anlage 4
S. Zweiter Brandbrief, Anlage 5
S. Darlegung der Ernsthaftigkeit meines Anliegens, Anlage 6

19.) Das "System" kann da nur vordergründig schützen - und nur, so lange es besteht.

20.) Das Urteil aus Karlsruhe wird vielleicht nicht mehr lange auf sich warten lassen …

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21.) Wenn Sie trotz 1.) auf Ihrem Verwaltungsakt bestehen, wird die Sanktion abgehun-gert werden.

22.) In der Zeit meines letzten Hungerns hatte ich zwischen dem 65.sten und dem 75.sten Tag wegen Herzmuskelabbaus starke Angina-Pectoris-Beschwerden (= Vorstufe eines Herzinfarktes), die einen längeren Krankenhausaufenthalt notwendig machten.
Zum Ende der Hungerzeit (132 Tage) hat mein Herz- und Kreislaufsystem äußerst krisenhaft reagiert.
S. Zufallsentdeckung durch den Amtsarzt; Die Akten liegen Ihnen vor.

23.) "Alternativlosigkeit" (Merkel) ist nichts ein Zeichen mangelhafter Phantasie.
Einen Vorschlag zur Lösung des hier umrissenen Problems werde ich auf Anfrage gerne machen …


mit freundlichem Gruß,

   Ralph Boes



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P.s.:


Ein persönliches Nachwort:

Sehr geehrte Frau Y.....,

Sie haben einen Job im Jobcenter.
In einer Zeit in der immer mehr Jobs verloren gehen, weil die Menschen nicht mehr "gebraucht" werden, möchten Sie den Menschen helfen, wieder in Lohn und Brot zu kommen. Gemäß der Vorgaben der Gesetze bieten Sie Ihnen deshalb auch "Hilfestellungen" zur Erlangung von Arbeit im Sinne von "Erwerbsarbeit" an.
Dass Sie Menschen auch drängen müssen, Jobs gegen ihren Willen und gegen ihre Interessen anzunehmen, wird Sie mit Bedauern erfüllen. Und noch mehr, dass Sie sie auch sanktionieren müssen. Aber leider gibt es für Sie keine andere Möglichkeit …
Es wäre sicher gut gewesen, der Gesetzgeber hätte mit dem neuen Gesetz zur "Vereinfachung" von Hartz IV nun wirklich Vereinfachungen und auch Erleichterungen für die Hartz-IV-Betroffenen eingerichtet. Aber leider hat er das nicht getan und so bleibt Ihnen auch da keine Möglichkeit …

Sehr geehrte Frau Y.....,

ich weiß nicht, ob Sie so denken. Aber so ungefähr wäre es "normal".
Normal ist aber nicht gleich gut – und so habe ich versucht, Ihnen möglichst deutlich zu machen, wohin das in meinem Falle führt.

Geben Sie die Sache nach oben hin ab!

Nochmals – mit freundlichem Gruß,
   Ralph Boes




Samstag, 30. Juli 2016

Erledigt! - Deutsche Justiz im Dauerstress

Wie die Wirtschaft über die Politik die Justiz abschaltet:

    "Erledigt"
    Deutsche Justiz im Dauerstress
    - ein Film über das zu-Tode-sparen der Justiz

    "Mit unserem Justizsystem würden wir nicht einmal mehr in die EU aufgenommen werden ... Es ist der einzige grundgesetzlich NICHT erfüllte Auftrag, dass eine unabhängige Justiz bis heute noch nicht da ist."

Zur fehlenden Gewaltenteilung s.: Das Grundgesetz - reine Fiktion? 
 
 
 

Sonntag, 24. Juli 2016

Wie unsere Juristen die Verfassungswidrigkeit von Hartz IV VERDECKEN

24.07.2016:

Liebe Freunde - 
 
nachdem meine Klage zur fünften 100%-Sanktion vom Sozialgericht abgewiesen wurde, bin ich jetzt in Berufung gegangen.
 
Während ich in der Klage darauf abziele, dass Hartz IV verfassungswidrig ist, bin ich in der Berufungsbegründung vor allem auf die Art und Weise eingegangen, wie sich das Gericht um eine Stellungnahme drückt. 
 
Die Richter selbst sind in den Fokus genommen.
Es wird gezeigt, was sie tun, um die Verfassungswidrigkeit des Systems zu verdecken.

 
Von daher stellt meine Berufungsklage einen neuen Markstein in meiner Arbeit dar.
 
Zur Berufung geht es
hier >>
 
 

Donnerstag, 14. Juli 2016

Antwort auf eine Stellungnahme des Jobcenters

13.07.2016:
 
Liebe Freunde,
zu meiner Klage gegen die zehnte 100-Prozent-Sanktion hat das Jobcenter im Februar eine Stellungnahme abgegeben.
Darauf ergingen einige, immer mehr dringende, Aufforderungen des Sozialgerichtes an mich, mich zu dieser Stellungnahme des Jobcenters zu äußern.
Da ich in Folge des Hungerns lange zu solch einer Äußerung nicht fähig war, hat die Antwort lange gedauert. Ich denke aber, dass sie von einiger Bedeutung ist und veröffentliche sie deshalb hier >> 


Zum Hauptthema der Stellungnahme:

Im Grunde wird über mein Leben gewettet ...
 
Während ich auf dem Standpunkt stehe, dass Sanktionen bei mir nicht angewendet werden dürfen, weil sie in meinem Fall sicher zum Tod und nicht zur Aufnahme einer Arbeit führen, schreibt eine Richterin - und das Jobcenter schließt sich dem an:
 
"Allein der Umstand dass sich der Antragsteller hartnäckig weigert, seinen Pflichten nachzukommen, um Sanktionen geradezu zu erzwingen, um sich dann politisch Gehör zu verschaffen und ggf. Druck aufzubauen, führt nicht zu der Annahme, dass eine Aktivierung des Antragstellers (durch Sanktionen) nicht erreicht werden kann.
[...]
Einen wichtigen Grund für die Weigerung hat der Antragsteller nicht glaubhaft gemacht. Ein solcher liegt insbesondere nicht im Kampf gegen das System an sich, da man einen solchen auch "von außen" heraus (ohne permanente Pflichtverletzung) mit sachlichen Mitteln führen kann. Insbesondere ist nach dem Vorlagebeschluss des SG Gotha das Erzwingen von Sanktionen, um die Prüfung der vom Antragsteller angenommenen Verfassungswidrigkeit der Sanktionsregelungen durch das Bundesverfassungsgericht zu erreichen, nicht mehr notwendig." 
 
 
Zur gesamten Stellungnahme geht es hier >>
 


 
 

Freitag, 8. Juli 2016

Auflösung der Sanktion wegen Schriftbild der Rechtsfolgenbelehrung?

Gericht will eine meiner Klagen wegen des SCHRIFTBILDES der Rechtsfolgenbelehrung kippen, weil sie zu klein gedruckt ist und keine Absätze enthält. ...
 
Mein Antwort gibt es hier >>
 
 

Samstag, 25. Juni 2016

Wie es mir geht - Juni 2016

Weil jetzt vielfach die Frage an mich herangekommen ist, wie ich jetzt lebe und wie es kommt, dass ich gerade nicht sanktioniert bin, habe ich dazu ein kleines Filmchen gemacht:
 

Ich hoffe, die Frage so beantworten zu können,
euer Ralph


(P.s.: Da es bei einigen Betrachtern Schwierigkeiten mit dem Ton des Filmes gab, habe ich ihn neu veröffentlicht.)

Freitag, 24. Juni 2016

Dämpfer für "Europa"

Das kalte, radikal antisoziale und antidemokratische Europa, das Europa, das gegen seine eigenen Ideale steht, in dem
- die Freiheit des Geistes/der Persönlichkeit durch die Freiheit der Geld- und Konzernmächte,
- die Gleichheit vor dem Recht durch Unterdrückung und Gleichschaltung der Völker
- und die Brüderlichkeit im Sozialen durch das ungestrafte Mauscheln der Mächtigen zu ihrem eigenen Vorteil
ersetzt ist, das die elementarsten Rechte der Menschen und Völker auf Selbstachtung und Mitbestimmung nicht kennt, das Griechenland ausgelöscht hat und überall Hass und Verachtung gebiert, dieses Europa, für das kein einziges gutes Wort in meiner Seele lebt und das jetzt anhebt, den dritten Weltkrieg zu loszubrechen –
dieses Europa hat einen berechtigten Dämpfer erhalten:
 
 
 
 

Donnerstag, 23. Juni 2016

Gedanken zur Einführung des BGE - Video

22.06.2016:
 
Video:
 
 
- Ist das bedingungslose Grundeinkommen finanzierbar? 
 
- Wenn jeder Geld hat, einfach so, geht dann noch jemand arbeiten?  
 
 
 
 
 
 

Donnerstag, 2. Juni 2016

Bundesverfassungsgericht lehnt Richtervorlage ab


Ziel noch nicht erreicht: 
 
Bundesverfassungsgericht lehnt die vom SG Gotha eingereichte Richtervorlage zur Überprüfung der Sanktionen in Hartz IV
als unzulässig ab
 
 
 
 - Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichtes >> 
 - Das Urteil im Wortlaut >> 
 - N-TV berichtet >> 

 
Aus der Pressemitteilung: 

"Der Vorlagebeschluss entspricht (...) nur teilweise den Begründungsanforderungen. Er wirft zwar durchaus gewichtige verfassungsrechtliche Fragen auf. Doch setzt er sich nicht hinreichend damit auseinander, ob diese auch entscheidungserheblich sind, da unklar ist, ob die Rechtsfolgenbelehrungen zu den Sanktionsbescheiden den gesetzlichen Anforderungen genügen.
Wären die angegriffenen Bescheide bereits aufgrund fehlerhafter Rechtsfolgenbelehrungen rechtswidrig, käme es auf die Verfassungsgemäßheit der ihnen zugrunde liegenden Normen nicht mehr an."

 
 

2736 Blog-Aufrufe gestern

Aus einem mir gänzlich unbekannten Grund hat es gestern 2736 Aufrufe dieses Blogs gegeben ...
Das ist ungefähr 10 Mal so viel, wie normal.
Ich bin gespannt, wie sich das Rätsel löst ...
Mit staunen -
RB

Montag, 23. Mai 2016

Marsch der Entrechteten ...

Foto von Bert Herden

Liebe Freunde,
 
nachdem ich sehr lange gehungert habe und meine Bindung an den Leib sehr weitgehend gelöst war, 
nachdem ich dann auch recht lange gebraucht hatte, um wieder ins Leben zurück zu kommen,
steht sie jetzt wieder da: die große Frage:
Was macht Sinn? Wie wollen wir jetzt weiter gehen?
 
Es ist für mich unerträglich zu sehen, 
.wie sehr das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die Bearbeitung der Klage zur Verfassungswidrigkeit der Sanktionen in Hartz IV auf die lange Bank schiebt (wenn es sie überhaupt je behandeln will) … und das, obwohl Millionen Schicksale davon betroffen sind.
 
Es ist für mich unerträglich zu sehen, 
.wie Frau Nahles die Regelsätze nicht erhöht, obwohl die gestiegenen Lebenshaltungskosten das schon lange fordern, 
.wie sie im Zuge der "Rechtsvereinfachung" die Rückerstattungspflichten des Jobcenters im Falle falsch und zu niedrig ergangener Bescheide einschränken und somit die Hartz IV-Empfänger um ihr berechtigtes Geld bringen will, 
.wie massive Erschwernisse für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder durch Regelungen eingeführt werden, deren Kälte und Niedersinn einen nur erstarren lassen kann,
.wie Hartz-IV-Empfänger jetzt verschärft auf Kosten der Rentenhöhe ihres gesamten Lebensabends zur Frühverrentung gezwungen werden usw. usf..
 
Und es ist für mich unerträglich, zu sehen, 
.wie man die Sanktionsregeln schon so verändert hat, dass, selbst wenn die Sanktionen verboten werden sollten, sie im Form eines "Schadensersatzes" weiter verhängt werden können …
 
---
 
Liebe Freunde, was macht da Sinn?
Wollen wir uns das gefallen lassen?
Und wie können wir endlich unseren Standpunkt gegenüber solchen Machenschaften stärken?
 
Ich habe seit langen eine Idee ins Feld geführt, einen "Marsch der Entrechteten" von Berlin nach Karlsruhe zu starten, so dass wir und die Dinge endlich "in Gang" kommen können und das Verfassungsgericht eine Stärkung, sich mit der Frage zu beschäftigen, erhält. 
 
Die Frage ist: Kann das gewollt werden - und macht das Sinn?
 
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Es gibt Menschen, die mich kritisch sehen.
Die einen sehen mich "rechts", 
die anderen als Eso-Spinner,
die dritten sehen mich nicht als politischen Aktivisten, sondern als Selbstdarsteller usf..

Das kann im Kampf des politischen Lebens nicht ausbleiben, dass so geurteilt wird.
Die Frage ist, würde man trotzdem mit mir – oder wenn wir mehrere sind, mit uns gehen – uns in Netz und Presse unterstützen – und würde man uns, wenn wir in einer Stadt oder einem Dorf ankommen, dort empfangen, dass wir dort übernachten und Aktionen durchführen können usf? Einfach, weil die Sache wichtig ist?
 
Oder sollen wir weiter warten, jammern und nur zusehen, wie sich die Dinge immer weiter verschlechtern, bis sie so weit verschlechtert sind, dass es zu großen gewaltsamen Ausbrüchen – und dadurch zur weiteren Erstarkung der Gegenkräfte kommt? 
 
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Um Antworten, aber auch um Kritik und Verbesserungsvorschläge, bitte ich hier (s.u.)

Zum 67sten Geburtstag des Grundgesetzes
- Berlin, den 23.05.2016 -
euer Ralph
 
 
 

Mittwoch, 3. Februar 2016

Flüchtlingskrise - Stellungnahme



Im Dezember hatten wir eine Familie aus dem Irak mit 4 Kindern bei uns zu Gast.

Vorher hatten wir unserem Freund N., der im Lageso ehrenamtlich Übersetzungstätigkeiten ausübt, gesagt: "Wenn da jemand obdachlos ist, vorrangig eine Frau, kann sie vorübergehend bei uns übernachten. Wenn wir zusammenrücken, haben wir noch ein Hochbett frei …"

N. fand das gut. Nach einigen Tagen rief er an und stellte uns eine Frau, "jetzt schon neun Tage obdachlos", in Aussicht. Wir stimmten gerne zu.

Nach einer halben Stunde kam der Anruf, sie habe auch ein Kind.
Das änderte die Lage natürlich gewaltig – aber wir ließen uns auch darauf ein.

Nach einer weiteren halben Stunde kam die Nachricht: "Sie hat NOCH ein Kind …"
Schluck …
Die Wohnung ist klein. Aber es ist Krieg. Was soll man da sagen.
Absagen? Die "Grenzen dicht" machen? – wo mit jedem Kind die Sache nur DRINGLICHER wird?

Schlussendlich waren Mutter, Vater und vier Kinder bei uns zu Gast. Wir haben die Wohnung, das Essen, die Probleme, und – ja – teils auch die Läuse miteinander geteilt. Improvisation und Phantasie waren gefragt. Und etwas guter Wille. Aber WIRKLICHE Probleme hat es NICHT gegeben.

Auch die Läuse waren im unseren geregelten Verhältnissen kein Problem: Ein bisschen Öl aus der Apotheke – das war es dann auch schon.
Auf Flucht ist das anders. Die Kinder hatten teils schreckliche Bisswunden auf dem Kopf und ihnen waren die Haare abrasiert.

Die Stimmung war sehr gut. Die Familie war sehr leise und in allem sehr bedacht. Wir konnten zwar kaum ein Wort miteinander sprechen, aber uns mit Gesten gerade so verstehen. Und wenn N. bei wichtigen Fragen nicht zur Verfügung stand, bin ich mit dem Vater in die nahe gelegene Badstraße marschiert, habe einen arabisch aussehenden Menschen dort auf der Straße um Hilfe gefragt, und der hat uns dann alles übersetzt. – Wir wohnen im Wedding … da war das glücklicherweise kein Problem.

Waren wir jetzt "Gutmenschen"?
Na ja! Wenn wir … dann aber die Iraker auch!
Die Herzlichkeit war nicht zu überbieten.
Die Bedrohungen, die sie letztendlich zur Flucht bewegten, die waren das allerdings auch nicht.

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Es wird viel von der Flutung Deutschlands mit Ausländern gesprochen – und diese FLUTUNG zum Problem erklärt.

Es ist aber kein DEUTSCHES - sondern ein WELT-Problem, ein Problem der GANZEN MENSCHHEIT, welches uns hier trifft. - ÜBERALL sind Menschen auf der Flucht.
Vor Was? Vor Wem? Und wer hat den Wind gesät, dessen Sturm wir jetzt ernten? [1]
Vor 49 Jahren ist Benno Ohnesorge erschossen – und damit die Radikalisierung der protestierenden Studenten bis hin zum Terrorismus der 70er und frühen 80er Jahre bei uns eingeleitet worden. Und auf der anderen Seite der "Gang durch die Institutionen", den ein anderer Teil der Studenten unternahm

Beide Bewegungen sind gescheitert. Die eine durch das Unrecht, dass sie selber zeugte, die andere durch ihre Anpassung an die Verhältnisse, die sie einst zu kritisieren unternahm. Gestartet sind sie aber beide durch ein erstes, bis heute unerledigtes (!) Aufbegehren des Gewissens gegen den unmoralischen Einfluss des Westens in die Geschicke der muslimischen Welt.

Jetzt, nach 49 Jahren des nicht Hinsehen Wollens auf die dunkle Seite unserer Macht- und Wirtschaftspolitik sind Taliban, Al-Quaida und der IS entstanden und die Flüchtlinge bei uns. Wie sollen wir da in NATIONALEN Kategorien denken???

Das Problem des Kulturen stellt sich natürlich scharf. Aber es ist Krieg. Und trotz der bei uns auftretenden riesigen Probleme schätze ich es sehr, dass unsere Grenzen NICHT geschlossen worden sind und Frau Merkel einen Rest von Humanität in dieser Lage aufrecht erhalten hat …

Aber ich bedaure, dass Politik und Presse nicht ebenso mutig über die WAHREN Ursachen der weltweiten Kriege und Krisen sprechen.      

Entweder wir erfassen die WELTWEITE Dimension des Problems und gehen seine (durchaus auch bei uns hausgemachten) WAHREN Ursachen an – oder wir verfallen in düsteren Nationalismus, wenden uns gegen die Fliehenden und verspielen noch einmal unseren guten Ruf und völlig unsere Ehre …

29.01.2016,
Ralph Boes
 

Samstag, 19. Dezember 2015

Mut und Wandel

Vortragsankündigung:

Ralph Boes
 
MUT UND WANDEL
 
  • Ohne Mut und Entschiedenheit
    ist in Richtung Menschenwürde und Demokratie
    in unserer Gesellschaft nichts mehr zu bewegen.


Bericht vom zurückliegenden "Experiment mit der Wahrheit"  - und Anstiftung zu einer gesellschaftlichen Muttat
 
  

Sonntag, 6. Dezember 2015

Asyl 1 und Asyl 2

Liebe Freunde –
ich möchte hier einen kurzen Bericht über meinen Zustand geben:
Nachdem ich nach 132 Tagen des Hungerns in der Kirche aufgenommen worden bin, habe ich wieder angefangen zu essen und regeneriere mich langsam. In meinem Körper fühle ich mich wohl, halte aber noch keine Belastungen aus. Kurz: die Teilnahme an den Vorträgen von Daniela Dahn und Johannes Stüttgen haben meinem Geist zwar sehr sehr gut getan, meinen Leib aber mächtig angestrengt.
Das Asyl wurde am 30.11. beendet, da ich seit dem 01.12. wieder Hartz IV beziehe. Das Amt hat stillschweigend auf eine mögliche weitere Sanktion verzichtet und versucht zur Zeit, mein Leben zu schonen, obwohl es keine Gesetzesgrundlage dafür gibt! Jedenfalls nicht für einen Menschen wie mich, der sich vorgenommen hat, den Staat an seine eigenen Grundsätzen zu messen und ihn an seine Ideale zu erinnern.
Ich möchte mich hiermit zutiefst bei der evangelischen Kirchengemeinde bedanken, die mir durch das Asyl so freimütig weiter geholfen hat. Für MICH war es bedeutend, dass es dabei nicht so sehr um den Schutz meines Lebens, sondern mehr um eine Unterstützung meines Widerstandes ging.
Alles ist im Fluss. Jetzt bin ich wieder in meiner Wohnung – aber auch dort hat sich einiges verändert:
Am 04.12. hat unsere Regierung beschlossen, im Krieg in Syrien mitzumischen. Meine Empörung darüber brauche ich glücklicherweise nicht weiter auszuführen, nachdem Sahra Wagenknecht und Willy Wimmer sich so treffend dazu geäußert haben (s. hier: [1] und hier: [2]). Anzufügen ist nur, dass (auf eigentümlich verworrenen Wegen) zum selben Zeitpunkt eine vom Lageso in die Obdachlosigkeit entlassene irakische Familie mit 4 Kindern von 2 bis 15 Jahren bei uns gestrandet ist.
Es ist ein eigentümliches Spannungsfeld: auf der einen Seite die Eiseskälte unserer konsequent undemokratisch, verfassungs- und völkerrechtswidrig agierenden Regierung mit all ihren tüchtigen Wirtschafts- und Rüstungs-Lobbyisten im Rücken und all den schrecklichen Folgen ihres üblen Wirkens in der Welt – und auf der anderen Seite die seelische Wärme, die sich im unmittelbaren Kontakt mit Menschen in tiefster existenzieller Not ergibt.
Irgendwie (auch) ein Weihnachtsmotiv.
Berlin am 06.12.2015,
Ralph Boes
  
 
 

Sonntag, 22. November 2015

Aus dem Kirchenasyl: Sankt Boes

Wie es mir geht?
 
Nach langem Hungern und einer Zeit großer innerer Umbrüche habe ich mich jetzt neu "gefunden" und nehme jetzt auch wieder zu.
 
Mein "Kampfgewicht" habe ich zwar noch nicht erreicht, aber frech sein kann ich schon:
  
Nach dem Gespräch mit der Geschäftsführung des Jobcenters hat das Jobcenter mich jetzt zu einem Termin eingeladen.
 
Hier ist meine Antwort >>